Kriterien für eine gelungene Prävention
Was muss Prävention leisten? Wie sehen qualitativ hochwertige und sinnvolle Präventionsangebote aus? Ich möchte die sieben, aus unserer Sicht wichtigsten Anforderungen an gute Prävention kurz skizzieren.
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Kein Kind kann sich alleine vor sexuellem Missbrauch schützen – je jünger, umso weniger. Präventionsarbeit muss sich deshalb zuerst an Eltern und Fachkräfte wenden, die mit den Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Sie sind für den Schutz von Mädchen und Jungen verantwortlich und müssen gut informiert sein, um dieser Verantwortung nachkommen zu können. Gute Prävention nimmt also die Erwachsenen in die Pflicht!
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Prävention braucht Interventionskompetenz! Präventionsarbeit kann immer auch aufdeckend wirken. Deshalb braucht jede Form von Präventionsarbeit Interventionskompetenz und muss mit entsprechenden Einrichtungen gut vernetzt sein. Gute Prävention bedeutet also immer auch gute Vernetzung mit anderen Einrichtungen vor Ort! Die Vermittlung von Interventionsmöglichkeiten muss am Kindeswohl orientiert sein und die rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen.
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Prävention ist keine Eintagsfliege! Einmalige Präventionsangebote reichen weder für Erwachsene noch Kinder aus. Prävention ist eine Erziehungshaltung, die auf Fachkompetenz bzw. Wissen aufbaut. Insbesondere das Wissen zu Tätern, Täterinnen und Täterstrategien sind Voraussetzung, um den Erwachsenen realitätsbezogene und damit wirkungsvolle Ansatzpunkte für Prävention von sexuellem Missbrauch vermitteln zu können. Hier bezieht Prävention immer parteilich Stellung. Sie hat eine klare Haltung gegenüber Tätern und Täterinnen und macht deutlich, dass kein Kind, egal unter welchen Umständen der sexuelle Missbrauch stattfand, Schuld bzw. Mitschuld an dem Übergriff hat.
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Gute Prävention ist rollen- und gesellschaftskritisch! Sie weiß um gesellschaftliche Strukturen, die Missbrauch begünstigen können und zeigt existierende Probleme auf, um Kinder und Jugendliche besser schützen zu können. Gerade die Weitervermittlung traditioneller Geschlechterrollen bergen Gefahren. Die Unterstützung der Entwicklung von Mädchen und Jungen, egal welcher Herkunft, zu gleichermaßen unabhängigen wie sozialkompetenten, selbstbewussten Individuen, unabhängig von tradierten Rollenbildern, ist ein Puzzlestein guter Prävention.
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Prävention nimmt auch spezielle Risikogruppen ins Blickfeld und entwickelt passgenaue zielgruppenspezifische Angebote. Gute Prävention weiß, dass der Schutz von Mädchen und Jungen vor sexuellem Missbrauch nicht für alle Kinder und Jugendlichen gleich aussieht, sondern vielmehr eine komplexe, dauerhafte Aufgabe darstellt und es unterschiedliche Gefährdungssituationen gibt. Die Risiken und Gefährdungen sind z.B. abhängig von Alter, Geschlecht, Familiensituation, Behinderung, Aufenthaltsorten, Herkunft und Lebenssituation der Eltern und vielem mehr. Gute Prävention schert daher nicht alle Kinder und Eltern über einen Kamm! Und: Gute Prävention ist immer auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, für bestimmte Zielgruppen sehr niedrigschwellig und wenn nötig auch aufsuchend!
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Präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist trotz allem Vorgenannten wichtig und dann sinnvoll, wenn sie von Menschen vermittelt wird, die sich mit der Thematik auskennen. Am besten werden präventive Inhalte in den Alltag in Einrichtungen und in den Familien integriert. Unterstützend können Präventionsprogramme wirken, lt. Internationalen Untersuchungen vor allem dann, wenn sie mehrmalig stattfinden und die Kinder sich aktiv durch praktische Übungen oder Rollenspiele beteiligen können. Und
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last but not least: Prävention macht Spaß und ermutigt, statt Angst zu machen! Gute Prävention versteht die Kunst, komplexe Inhalte und umfangreiches Wissen so zu vermitteln, dass Lösungswege und Ansatzpunkte im eigenen Leben sichtbar werden. Gute Prävention gibt Kraft und Energie zum langfristigen, differenzierten Schutz von Mädchen und Jungen, ohne auf schnelle einfache Rezepte zu setzen.
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